Literatur

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Euphorie vs. Gründlichkeit


Michael Winkler: Kritik der Inklusion
Am Ende eine(r) Illusion (2018)

Ein Buch, das sich keineswegs als Plädoyer für Separation versteht – aber eben auch nicht für eine Totalstrategie von Inklusion eintritt, bei der vermeintlich menschenrechtlich legitimierte Strukturen über Wohl und Willen der jeweils Einzelnen gestellt werden. Eine sympathische Fürsprache für mehr Nachdenklichkeit in einem komplexen, widerspruchreichen Bedingungsgefüge.     Inhalt, Vorwort, Leseprobe


Tillmann Nöldeke: Ganz oder gar nicht
Wie wir das gemeinsame Lernen retten können (2018)

Ein ‚betroffener‘ Vater und Lehrer legt schonungslos die Probleme bisheriger „Instant-Inklusion“ offen: „billig und schnell angerührt, aber fad im Geschmack und ziemlich ungesund“. Positive Praxis gebe es nur in Leuchtturmschulen, das Bildungsprekariat werde dagegen zusätzlich benachteiligt, das Comeback der Förderschule sei verständlich. Der inklusive Unterricht sei keineswegs alternativlos, er stehe in Konkurrenz zu separierender Förderung und allen Zwischenformen. Nöldekes Ziel ist nicht die zwanghafte Einheitsschule für alle – sondern gute inklusive Schwerpunktschulen für möglichst viele Kinder.     Leseprobe


Bernd Ahrbeck: Inklusion.
Eine Kritik (³2016)

2014 erstmalig erschienen, war dieses Buch eine frühe skeptische Stimme in der Inklusionsdebatte – und ist immer noch maßgeblich. Sie begrüßt ein Mehr an Gemeinsamkeit von Kindern mit und ohne Behinderung, widmet sich aber auch ohne Scheu den vielen ungeklärten, auch grundsätzlichen Fragen. Vor unrealistischen Erwartungen, die mit einem radikalen Inklusionsverständnis einhergehen, wird gewarnt. Mit der Inklusion beginne kein neues Zeitalter der Pädagogik: Die Grenzen des Möglichen und Sinnvollen müssten gesehen und anerkannt werden.
Leseprobe     Kurzbesprechung     Rezension BIPP     Rezension socialnet


Michael Felten: Die Inklusionsfalle.
Wie eine gut gemeinte Idee unser Bildungssystem ruiniert (2017)

Überblick über kritische Stimmen zum Thema – aus schulpraktischer, wissenschaftlicher und bildungspolitischer Perspektive. Mit dem Ansatz „dual-inklusives Schulsystem“ wird zugleich ein pragmatischer Ausweg aus der zunehmenden Diskrepanz zwischen paradiesischer Idealisierung und lokaler Überlastung skizziert. Nicht „Eine Schule für alle“, sondern „Für jedes Kind die beste Schule“ – diese Maxime bündelt die Stärken des bestehenden Regel- und Förderschulsystems und optimiert sie im Sinne der UN-BRK.

Axel Bernd Kunze: Vielfalt als Normalfall? (in: Soziale Arbeit 12.2017, double-blind peer review)

Inklusion ist ein interpretierendes Prinzip, das die Auslegung der Menschenrechte leitet, kein eigenständiges Recht. Ob Inklusion gelingt, hängt von der Qualität ihrer Praxis ab. Diese lässt sich nur an der Frage beurteilen, welche Handlungen den Einzelnen befähigen, die soziale Teilhabe zunehmend eigenständiger aufrechtzuerhalten. Erst ein solches Verständnis von Inklusion entspräche dem Anspruch auf individuelle Freiheit und Selbstbestimmung.     Artikel Vorversion 2016      Artikel bestellen


Hermann Giesecke: Warum ich gegen inklusive Schulen bin
Die zerstörerische Naivität ideologisch motivierter Schulreformen (2016/17)

I. Inklusion als politische Weltanschauung
II. Die pädagogische Rechtfertigung
III. Fazit: Inklusion als Höhepunkt reformpädagogischer Illusionen

Einleitung     als Taschenbuch     als ebook


Hansgünter Lang: Das Bildungsangebot für Behinderte

Verfassungsrechtliche Anforderungen an das System der sonderpädagogischen Förderung: eine Untersuchung auf der Grundlage der rechtlichen Regelungen und der schulischen Praxis im Saarland. (2017)     Rezension     Besprechung Tagespresse     Vorstellung Lehrerverband


Jahrbuch für Pädagogik 2015: Inklusion als Ideologie

Ambivalenz, Skepsis, Sorge …
z.B.: Karl-Heinz Dammer: Gegensätze ziehen sich an. Gemeinsamkeiten und Synergieeffekte zwischen Inklusion und Neoliberalismus
oder: Birgit Herz: Inklusionssemantik und Risikoverschärfung
oder auch: Sabine Schäper: Vom Verschwinden der Inklusionsverlierer          Inhalt & Leseprobe


Suitbert Cechura: Inklusion: Die Gleichbehandlung Ungleicher (2015)

Aus kapitalismuskritischer Perspektive bedeute die Umsetzung der UN-BRK für Menschen mit Behinderung einen fragwürdigen Segen. Statt der angeblich benachteiligenden Schonräume winke ihnen nämlich lediglich eine stärkere Exposition unter die allgemeine gesellschaftliche Konkurrenz.     Rezension socialnet


Marion Felder, Katrin Schneiders: Inklusion kontrovers. Herausforderungen für die Soziale Arbeit (2016) Rezension

Uwe Becker: Die Inklusionslüge (2015) Besprechung

Bernd Ahrbeck: Der Umgang mit Behinderung (2012)  Leserecho     Rezension

Bernd Ahrbeck: Pädagogik bei Verhaltensstörungen. Ein Handbuch (2009) Leserecho

außerdem

Christoph Türcke: Lehrerdämmerung. Was die neue Lernkultur in den Schulen anrichtet (2016)
[darin explizites Kapitel „Inklusionswahn“ S. 55-86]   Inhalt   Besprechung